Wiedersehen macht Freude – Katze „Nini“ aus Nizza kommt endlich nach Hause

Gastbeitrag von Kathrin Kirchner
(Das Mietzhaus Dermbach)

Es gibt ein Update von Katze Nini aus Nizza! Wer Ninis unglaubliche Geschichte in den vergangenen Wochen verfolgt hat, kennt sie längst: die kleine Französin, die mehr als 1.000 Kilometer von ihrem Zuhause entfernt in der Rhön wieder auftauchte und deren Geschichte weit über unsere Region hinaus für Aufmerksamkeit sorgte.

Über ihre Vorgeschichte haben wir bereits ausführlich berichtet. Über ihr Verschwinden in Nizza, ihr rätselhaftes Auftauchen in Dermbach und über den kleinen Chip, der schließlich das große Geheimnis um ihre Herkunft lüftete (zum Beitrag).

Nun können wir das Kapitel schreiben, auf das so viele gewartet haben: Nini ist wieder bei ihren Menschen.

Am Montag war es endlich so weit. Eva und François machten sich aus Nizza auf den langen Weg nach Tann, um ihre Nini nach fast drei Jahren wieder in die Arme zu schließen.

Und natürlich hatten wir uns diesen Moment vorher oft vorgestellt. Würde Nini ihre Menschen nach so langer Zeit überhaupt noch erkennen? Würde sie zögern? Sich zurückziehen? Oder wäre da sofort dieses vertraute Gefühl?

Die Antwort gab Nini selbst. Als Eva und François zu ihr kamen, wurde aus vorsichtiger Neugier schnell sichtbare Aufregung. Nini ließ sich streicheln, schnurrte und für ihre Menschen war in diesem Moment klar: Da ist noch etwas.

Eine Erinnerung, eine Vertrautheit, vielleicht auch einfach dieses ganz besondere Gefühl, das zwischen einem Tier und seinen Menschen entsteht und offenbar selbst drei Jahre und mehr als 1.000 Kilometer überdauern kann.

Für uns im Mietzhaus war dieser Montag deshalb ein wunderschöner Tag. Aber eben auch einer, der ein bisschen wehgetan hat.

Denn wer im Tierschutz arbeitet, kennt diese merkwürdige Mischung nur zu gut: Man nimmt ein Tier auf, kümmert sich, macht sich Sorgen, lernt seine Eigenheiten kennen und irgendwann gehört es ganz selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig arbeitet man genau auf den Moment hin, an dem man wieder loslassen muss.

Bei Nini war dieses Loslassen noch einmal etwas Besonderes. Ihre Geschichte hat in den vergangenen Wochen unglaublich viele Menschen erreicht und berührt.

Aus einer Fundkatze aus der Rhön wurde plötzlich die kleine Weltenbummlerin aus Nizza, deren Heimkehr von Menschen weit über unsere Region hinaus mitverfolgt wurde.

Für die Rückreise bekam Nini natürlich eine entsprechend komfortable Transportbox. Immerhin lagen erneut mehr als 1.000 Kilometer vor ihr, diesmal allerdings nicht auf geheimnisvollen Katzenpfoten und mit unbekanntem Ziel, sondern sicher begleitet von ihren Menschen und mit einer ziemlich eindeutigen Adresse: Zuhause.

Als Eva und François schließlich mit Nini losfuhren, blieb bei uns eine Mischung aus Freude, Erleichterung und ein paar Tränen zurück. Aber genau für solche Momente machen wir diese Arbeit.

Ninis Geschichte zeigt außerdem etwas, das uns besonders wichtig ist: Lasst eure Katzen chippen und registrieren. Ein Chip allein hätte Nini nicht nach Hause gebracht.

Erst die hinterlegten Daten im französischen Haustierregister machten es möglich, aus einer Katze in der Rhön wieder jene Nini zu machen, die seit Jahren in Nizza vermisst wurde. Ein winziges Stück Technik hat hier nach drei Jahren eine Familie wieder zusammengebracht.

Und damit endet eine Geschichte, bei der wahrscheinlich eine Frage für immer unbeantwortet bleiben wird: Nini, wie um alles in der Welt bist du eigentlich von Nizza in die Rhön gekommen?

Wir werden es wohl nie erfahren. Und vielleicht gehört genau dieses Geheimnis einfach zu ihrer Geschichte.

Was wir dagegen ziemlich genau wissen: Im Mietzhaus warten noch einige andere großartige Katzen auf ihr persönliches Happy End. Sie können zwar nicht alle mit einer 1.000-Kilometer-Reise durch halb Europa aufwarten, dafür bringt jede von ihnen ihre ganz eigene Geschichte und Persönlichkeit mit.

Wer also beim Lesen ein kleines bisschen neidisch auf dieses besondere Nini-Gefühl geworden ist: Keine Sorge. Man muss dafür nicht extra bis nach Nizza fahren. Im Mietzhaus sitzen noch einige Kandidaten, die sehr gerne ausprobieren würden, ob sie bei euch genauso große Gefühle auslösen können.

Und wir versprechen: Für eine erfolgreiche Vermittlung verlangen wir auch keinen vorherigen Roadtrip durch Frankreich.

Unseren Tierschutzverein findet ihr auf Instagram unter @das_mietzhaus und Facebook unter DasMietzhaus. Wir sind aber auch per Email unter dasmietzhaus@mail.de sowie per Telefon unter 0155 6000 96 06 erreichbar.